Pinot Noir und ein Tropfen Liebe

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Interview: Ana von Halle

Rebecca Olson: «Am Ende des Drehtages wartete immer ein Glas Wein auf uns»

Rebecca Olson, wie viel Wein tranken Sie tatsächlich am Set Ihres Filmes über ein Weingut? Tatsächlich tranken wir eine ganze Menge an Wein. Ein Mitglied der Familie des Weingutes war als Crewmitglied tätig. Wir wurden alle am Ende zu einer grossen Familie auch mit der Weingut-Familie. Es ist eigentlich sehr spannend. Das Weingut wird fast zu einem eigenen Charakter im Film und hat eine wichtige Rolle darin. Es war eine besondere Freude am Ende des Tages ein Glas Wein zu trinken (lacht).

Es war also tatsächlich Wein im Glas während des Drehs? Nein, während dem Dreh nicht, doch danach schon (lacht).

Der Lieblingswein Ihres Charakters ist Pinot Noir. Welches ist Ihr Lieblingswein? Ich mag den Pinot Noir. Die Region, in der ich lebe, ist bekannt für ihren Pinot Noir. Während dem Filmdreh verliebte ich mich in den Chardonnay. Ich war nie eine Weisswein-Trinkerin, doch dieser Wein konvertierte mich. Ich hatte noch nie ein Glas Wein, dass ich nicht mochte.

Sie hatten vermutlich schon ein wenig Ahnung von Wein. Lernten Sie dennoch etwas Neues oder Spannendes während Sie am Drehen waren? Ja, ich denke schon. Wie viele Schauspieler und Schauspielerinnen vor mir, arbeitete auch ich in Bars und Restaurants. Daher hatte ich sicherlich schon viel Erfahrung im Servieren und ebenfalls im Trinken von Wein. Das Spezielle aus meiner Sicht war, dass ich zusehen konnte, wie der Wein tatsächlich hergestellt wird. Oder ebenfalls, wie eine Degustation gemacht wurde. Ich erlebte das Gefühl in einem Weingut zu arbeiten. Einfach die komplette Kulisse hinter allem war sehr spannend zu verfolgen. Es ist wahrlich eine Leidenschaft und wenn es richtig gemacht wird, dann ist es eine ganze Community, die mit Leidenschaft dahinter steht. Jeder einzelne trägt etwas zum Erfolg bei. Es war wundervoll in dem allem Willkommen geheissen zu werden.

Im Moment können viele Menschen ein wenig Liebe und Rom-Com in ihrem Leben gebrauchen. Was sind Ihre Gedanken zum Thema Rom-Com? Ich liebe intensives und schweres Material, dass ich mir ansehen kann. Ich liebe Filme, die in mir tiefe Emotionen auslösen oder mich das Universum hinterfragen lassen. In unsicheren Zeiten wie diesen finde ich Dinge, wie in die Heimat zurückkehren sehr schön. Ich selbst bin für etwa vier Monate nach Hause zurückkehrt und habe Zeit mit meinem Vater verbracht. Ich denke Filme, die uns das zeigen und fühlen lassen wie wichtig die einfachsten und fundamentalsten Dinge wie Familie, Freunde und das Leben grundsätzlich sind. Ich denke, es gib durchaus einen Platz für solche Filme, gerade in diesen Zeiten, wo sich alles so dunkel anfühlt.

Haben Sie persönlich eine Lieblings Rom-Com, die sie schon gefühlt hundertmal gesehen haben? Ich liebe den Film WIE WERDE ICH IHN LOS – IN 10 TAGEN? Es gab diese Zeit in den späten 90er anfangs 2000er, als die Filme zu jeder Zeit erschienen und alle waren so gut. Mir gefällt ausserdem, dass in vielen Rom-Coms tolle Freundschaften zwischen den weiblichen Charakteren gibt. Es fühlt sich an als hätten sie diese eine Person, der sie alles erzählen können. Wir alle kennen das Gefühl, wenn man sich den Telefonhörer schnappt und der Freundin oder dem Freund sein Leid klagt. Das ist oftmals eine Nebengeschichte, die viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Das tolle an unserem Film war, dass Lisa MacFadden, die meine beste Freundin spielt, tatsächlich eine gute Freundin von mir ist. Es war sozusagen kein Schauspiel nötig (lacht).

Es gibt verschiedene Arten von Liebe und Beziehungen. Sie haben beispielsweise einen Hund, das ist auch eine Art Liebe… Ja, er ist die Liebe meines Lebens (lacht). Es gab diesen Hund auf dem Weingut, der dieser Familie gehörte. Es gab dadurch ein Maskottchen, dass herumlief und allen den Tag verschönerte.

Gibt es ein Genre, dass Sie als Schauspielerin noch mehr erkunden möchten? Ich bin von Natur aus, oder zumindest versuche ich es, eine sehr glückliche und lebhafte Person. Ich denke, es wäre sehr spannend einmal etwas eher Düsteres und vielleicht Dunkles zu machen. Ich würde gerne mal die Seiten von mir hervorbringen, die zwar da sind, aber vielleicht nicht gerade an der Oberfläche. Ich liebe die Schauspielerei in erste Linie so sehr, weil man eine Verbindung zu einem anderen Menschen hat. Ich würde also alles nehmen, was dieses Gefühl noch mehr nährt. Einen Superhelden zuspielen wäre aber natürlich auch toll (lacht).

Es gibt den Spruch, dass nicht immer im Leben alles nach Plan verläuft. War es schon immer Ihr Plan Schauspielerin zu werden oder sind Sie damit vom Plan abgewichen? Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die schon immer Kunst im Allgemeinen geliebt hat (Hund bellt). Oh, das tut mir leid. Es ist nicht einmal mein Hund, sondern der meiner Freundin, wo ich gerade bin (schmunzelt). Film, Fernsehen oder auch Musical waren schon immer wie eine Flucht für meine Familie, bei gewissen Themen während. Ich besuchte schon in der 8. Klasse den Theaterunterricht. Ich verliebte mich augenblicklich. Es war ein sicherer Ort für mich, egal was gerade in meinem Leben geschah. Ich habe dort meine eigene kleine Familie gefunden. Kurz zusammengefasst, ich wusste nicht von kleinen an, dass ich es beruflich machen will, aber mir war klar, dass es ein Teil meines Lebens sein muss. Wie Sam bin ich in einer Kleinstadt grossgeworden, wo einem gar nie in den Sinn kam, dass man seine Träume tatsächlich verfolgen könnte. Es benötigte einiges, dass ich mich wirklich wagte. Mir war einfach immer klar, dass ich irgendwie involviert sein wollte.

Und nun sind Sie Schauspielerin… Ja (lacht). Es ist verrückt. Sam und ich haben so viele Gemeinsamkeiten. Ich habe mich ebenfalls wieder in meine Heimat verliebt in den letzten Jahren, genauso wie sie im Film. Sie ist in vieler Hinsicht mich.

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