Jason Segel, was haben Sie durch Ihre Figur und die Serie gelernt? Das was ich am meisten oder ehesten gelernt habe, ist die Tatsache, dass man seine Probleme nie wirklich richtig an geht. Man versucht es in einer Fake-Version zu thematisieren. In der Pilotfolge hat der Charakter einen Nervenzusammenbruch und sagt, was genug sei, sei genug. Niemand komme voran, nicht einmal er selbst. Ich denke, die Botschaft der Serie ist, dass es in Ordnung ist, genau hinzuschauen und das man in Ordnung sein wird auf der anderen Seite.
Ihr Charakter konzentriert sich oftmals mehr auf andere als sich selbst. Kennen Sie das auch, dass Sie sich mehr auf Ihre Charaktere konzentrieren als auf sich selbst? Das ist eine tiefgründige Frage. Das ist schon fast eine Therapie-Frage. Ich habe mal grossartige Menschen gefragt, weshalb wir das machen. Seither sehe ich das eigentlich fast immer so. Wir verbringen diese kleine Zeit, die wir den Charakter spielen und ein Thema erforschen, damit der Zuschauer eine tolle Erfahrung hat. Bei dieser Serie wäre es dann beispielsweise Trauer, die ich für uns alle erforsche. Dabei schaue ich, dass ich dies möglichst lustig, zugänglich und nachvollziehbar ist für alle. Das ist sicher ein Teil, weshalb wir dies machen, damit wir Themen erforschen können.
Mit welchem Patienten von Ihrer Figur konnten Sie sich am besten identifizieren? Jimmy hat ein OCD-Patient (OCD, Obsessive Compulsive Disorder z. Dt. Zwangsstörungen). Das ist etwas, womit ich immer gekämpft habe. Sie hat diese Rituale und magische Denkweise. Das sind alles Dinge, die für Kontrolle und Sicherheit sorgen. Mit ihr kann ich mich am meisten identifizieren. Ich will aber nicht zu viel verraten, was mit ihr in der Serie geschieht (schmunzelt).
Es gibt da diese eine Szene mit einer rohen Kartoffel. In wie viele Kartoffeln mussten Sie tatsächlich beissen, während Sie am Drehen waren? Oh mein Gott, das war eine improvisierte Szene (schmunzelt). Da sie so lustig war, mussten wir sie unbedingt immer wieder machen. In eine rohe Kartoffel zu beissen, ist kein Zuckerschlecken (lacht).
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