Nachdem das Drama vom bhutanischen Regisseur und Drehbuchautor Pawo Choyning Dorji erfolgreich an etlichen Filmfestspielen vorgeführt wurde, wird das Werk vom 40-Jährigen nun auch in Schweizer Kinos von der Leine gelassen.
THE MONK AND THE GUN hat bereits eine bemerkenswerte Reise hinter sich und wurde im vergangenen Jahr im Programm einiger renommierter Filmfestspiele im Programm aufgenommen – beispielsweise am Telluride Film Festival in den USA, Toronto International Film Festival in Kanada und Mumbai Film Festival in Indien. Während THE MONK AND THE GUN in Kanada mit dem begehrten Audience Award ausgezeichnet wurde, gab es am Mumbai Film Festival den Audience Choice Award. Für Dorji läuft es also wieder einmal wie geschmiert, nachdem er 2022 für seinen ersten Film LUNANA sogar für eine Oscar nominiert war.
Verspätete Modernisierung
In seinem zweiten Werk wird das Publikum dazu eingeladen, in der Zeit zurückzureisen und im Jahr 2006 Halt zu machen, als die Modernisierung Einzug im Königreich Bhutan hält: Als letztes Land der Erde erhält Bhutan Zugang zu Fernsehen und Internet. Doch die grösste Veränderung steht noch bevor: Die Einführung der Demokratie. Der Film wirft die Frage in den Raum, was ein Mönch mit einer Waffe will. Dorjis pazifistische Antwort ist in Zeiten wie diesen schlicht eine Wohltat und die Seitenhiebe auf den Kapitalismus sind urkomisch. In seinem zweiten Spielfilm entpuppt sich der junge Regisseur als begnadeter Geschichtenerzähler, der das Publikum über die Motive seiner Figuren bis zum Schluss rätseln lässt und die Spannung bravourös aufrechterhält. Ohne zu urteilen und mit viel Respekt richtet Dorji seinen Blick auf das Geschehen und auf einen Moment in seiner Heimat, in dem politische Veränderungen mit den traditionellen buddhistischen Werten kollidieren.