Als Pamela Anderson am 20. Zurich Film Festival ihren Golden Icon Award persönlich entgegennahm, war auch FILM GUIDE vor Ort, um mit der Kult-Ikone über ihr grandioses Comeback zu sprechen.
Pamela, Ihre Figur Shelly ist eine starke Persönlichkeit, gleichzeitig aber auch sehr verletzlich. Wie haben Sie diese Balance gemeistert? Nun, man muss keineswegs selbst ein Showgirl sein, um sich mit Shelly identifizieren zu können. Wir alle tragen unsichtbare Kämpfe aus und verfolgen unmögliche Träume. Die ganze Arbeit, die ich hinsichtlich meiner Figur erbracht habe, war sehr greifbar, da sich meine Lebenserfahrung angesprochen fühlte.
Es gab eine Zeit, da haben Sie Hollywood den Rücken zugewandt. Warum ist ‘Jetzt’ der richtige Zeitpunkt für ein Comeback? Timing ist alles. (lacht) Ich hätte niemals damit gerechnet, jemals in einem Film mitzuspielen, für den ich auf die Bühne gebeten werde, um einen Preis abzuholen. Ich meine, ich bin dankbar dafür, ein Teil der Popkultur zu sein, aber der rote Badeanzug hat sich ganz schön ins Gedächtnis vieler Menschen eingebrannt, weswegen er Segen und Fluch zugleich war.
Wie gingen Sie damit um? Ich habe mich irgendwann in meinen Garten zurückgezogen, mich liebevoll um mein Gemüse und meine Hunde gekümmert. Aber dann wurde ich über meinen Sohn Brandon von Regisseurin Gia Coppola kontaktiert. Und als ich das Drehbuch las, war ich sofort Feuer und Flamme.
Seit geraumer Zeit verzichten Sie auf Make-up und präsentieren sich von einer komplett anderen Seite als früher. Wie kam das? Nun, ich bin nach Hause, zurück an jenen Ort, an dem ich geboren bin und aufwuchs. Ich habe das Anwesen vollständig renoviert und habe dabei meine Geschichte neu geschrieben. Währenddessen habe ich das Make-up Stück für Stück abgelegt.
Also haben Sie den Image-Wechsel bewusst geplant? Das war kein strategisches Vorgehen, es ergab sich auf ganz natürliche Weise und ich tat es auch nur für meine Wenigkeit. Vor THE LAST SHOWGIRL war ich in einer Doku zu sehen, in der mich Gia sah und dabei erkannte, dass womöglich mehr in mir schlummert als die Braut des Rockstars. (lacht)
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