LONDON. 1991 gab Disney's «Die Schöne und das Biest» mit der selbstbewussten Belle, ein modernes Frauen-Vorbild mit auf den Weg. So ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet Harry Potter-Star Emma Watson in dessen Realverfilmung der jungen Frau ihr Gesicht leiht. Seit dem Ende ihrer Zauber-Karriere setzt sich Watson für Frauenrechte ein. Im Interview schwärmte sie und Biest-Darsteller Dan Stevens von dem Märchen und stellt sich den Fan-Fragen, die uns via Facebook erreichten.
Emma Watson, Ihre Fans würden gerne wissen, wie es für Sie war, sich an einen Film mit solch hohen Erwartungen zu wagen? Emma Watson: Gott, ich habe schon immer mein Herz dafür gegeben, Erwartungen zu erfüllen! Eine Realverfilmung zu kreieren, die mit dem Original mithalten kann, war unser grosses Ziel. Das Märchen "Die Schöne und das Biest" war selbst ein bedeutender Teil meiner eigenen Kindheit. Wenn wir mit unserem Film auf dem richtigen Weg sind, bin ich mehr als glücklich.
Bis hier her war es allerdings sicherlich kein leichter Weg. Dan Stevens: Es war eine grossartige Herausforderung. Auf der einen Seite gab es die physischen Anforderungen, wie das Tanzen und die Aufgabe einen Muskelanzug aus Stahl mit mir herum schleppen zu können, wofür ich meinen Körper zuerst in Form bringen musste. Und auf der anderen Seite spielte auch der stimmliche Aspekt eine überaus wichtige Rolle in diesem Film. So musste ich ebenfalls meine Stimme trainieren, die Sprech- wie aber auch die Singstimme. Doch ich habe diese Übungen sehr genossen, es fühlte sich nach einer Weiterentwicklung an. Ich habe gelernt, nicht nur zu Singen sondern mit dem Singen eine Geschichte zu erzählen. Das ist der Schlüsselfaktor eines jeden Musicals. Ich habe zuvor noch nie so viel erkunden können, das war echt aufregend.
Wie war es für Sie Emma einmal nicht nur zu sprechen sonder auch zu singen? Emma Watson: Definitiv Nervenaufreibend. Schon immer habe ich Musicals geliebt und wollte stets selbst ein Teil davon sein. Doch nun ausgerechnet in einem der grössten und meist geliebten Musicals aller Zeiten zu singen war unglaublich beängstigend. Ich erinnere mich an mein erstes Vorsingen bei Alan Meking; Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt. Immerhin ist er einer der grössten Komponisten die es je gab, da möchte man einfach einen guten Eindruck hinterlassen. Allerdings ist Singen einfach eine solch grosse Freude. Mehr Menschen sollte singen, wenn auch nur zum Spass!
Belle steht für ein modernes Frauenbild. Fühlen Sie sich geehrt, in eine solche bedeutende Rolle schlüpfen zu dürfen? Emma Watson: Absolut. Ich bin überglücklich, Rollen angeboten zu bekommen, an die ich von Grund auf glaube. Es ist für mich so besonders, eine meiner eigenen Kindheitsheldinnen verkörpern zu können. Und diese Ehre kam mir bisher während meiner Karriere schon öfter zuteil, was ich äussert schätze. Denn ich glaube nicht, dass das sehr häufig der Fall ist. Es ist ein wahres Privileg.
Dan, wir fühlt es sich an Teil eines Disney-Sets zu sein? Dan Stevens: Es ist ziemlich magisch. Es war eine aussergewöhnliche Reise, auf die uns die Bearbeitung des Films schickte. Es wurden nicht nur Szenen aus verschiedenen Einstellungen gezeigt, sondern man sah wie sich das Biest auf diesem Digitalem Raum entfaltete. Einen solchen Prozess habe ich zuvor noch nie erlebt und schon gar nicht über diese Zeitspanne hinaus.
Und sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis? Emma Watson: Für mich war es äusserst schwer, denn ganzen Film anzusehen. Ich habe mich so von der Höhe der Erwartungen gefürchtet. Dazu kommt, dass das Singen etwas so verletzliches an sich hat. Es fühlt sich an, als würde man nackt vor tausenden Menschen stehen!
Emma, gibt es ein Kleidungsstück, dass Sie nach dem Dreh gerne behalten hätten? Emma: Watson Belle trägt eine ziemlich coole Ohrklemme, welche wir speziell für sie design haben. Unsere Visagistin Jacqueline Bhavnani und ich haben direkt mit dem Juwelier zusammen gearbeitet- was riesen Spass gemacht hat! Mir war vorneweg klar, dass Belle irgendetwas seltsames, richtig Märchenhaftes besitzen musste. Zu dieser Zeit war ich auf den Ohrschmuck wie versessen. So entstand schliesslich das Design für Belle's Ohrklemme. Gerne würde ich eine davon besitzen, nur so als kleiner Hinweis. Also bitte Disney! (lacht)
Welche Disney-Filme haben Euch während eurer Kindheit am meisten geprägt? Emma Watson: Die Disney Filme kamen zu verschiedenen Zeitspannen während meiner Kindheit heraus und markierten so in gewisser Weise jeweils unterschiedliche Lebensabschnitte von mir. Aber meine beiden absoluten Favoriten waren ganz klar: Belle sowie Pocahontas. Ich wollte immer ihre Haare und einen kleinen Waschbären-Freund, der stets an meiner Seite ist.
Dan Stevens: Das kriegen wir hin. (lacht) Ich nehme an, dass "Dumbo" der erste Film war, der mich wirklich tief bewegt hat. Er ist so schrecklich traurig, dass er mich selbst heute jedes Mal zum Weinen bringt. Als ich älter war kam dann "Der König der Löwen" dazu.
© kinowetter.ch