ZÜRICH Ewan McGregor scheint das perfekte Leben zu führen. Er ist ein erfolgreicher Schauspieler, kann singen und sieht gut aus. Er erfüllt alle Kritikerin auf dem Weg zum Glück. Doch auch Seynour "Swede“, seine Rolle im Drama «American Pastoral» führt scheinbar ein glückliches Leben, muss aber schon bald die Hölle erleben. Im Interview sprach der Schotte mit Kinowetter über Wehmut und die Schattenseiten von Ruhm.
Seymour "Swede" blickt Tag für Tag voller Nostalgie auf seine Jugend zurück. Ewan McGegor, sehnen Sie sich manchmal auch nach ihrer Vergangenheit? Sicherlich, je älter ich werde, desto mehr Nostalgie empfinde ich (lacht). Ich kann wehmütig auf Schottland zurückblicken, auf meine Kindheit und Jugend dort.
Im Film spielt Swede's High School Ruhm eine grosse Rolle… Die Überlegung, wie sich Swedes Ruhm in seiner High-School Zeit auf ihn auswirkt ist äusserst interessant. Swede wurde mit 17-18 Jahren in der Schule als Sportstar gefeiert und nur nach diesen Leistungen beurteilt. Auch Dawn, seine Ehefrau, befindet sich in einer ähnlichen Situation. Sie wurde immer nur auf ihr Äusseres reduziert. Sie war die Schönheitskönigin der Schule und blieb in den Augen der Gesellschaft auch immer diese. Andere Werte wie Intelligenz wurde ihr nie zugesprochen. Diese Tatsachen müssen Dawn und Swede zuerst überwinden, um aus ihrem Käfig ausbrechen zu können.
Ein Käfig in dem auch Marry gefangen ist… Sie ist die Tochter von zweien "perfekten" Menschen, deren Hochzeit den Schein eines Märchens weckt, allerdings nur oberflächlich lief. Im Buch stellt sich nun die Frage, hatte diese Tatsache eine Auswirklung auf den Menschen zu dem Marry geworden ist und ihr Tun? Persönlich denke ich, dass Roth es wiederspricht. Er erkunden alle möglichen Ideen, weshalb sich Menschen selbst die Schuld geben und nach Gründen für die Geschehnisse suchen. Das Leben ist ein Chaos, in dem unsere Kinder letzten Endes das tun, was sie tun - achtlos von dem, wer wir selbst sind.
Swede wäre es am liebsten, wenn Marry keine Nachrichten mehr sieht. Denken Sie es ist sinnvoll so viele schreckliche Bilder zu zeigen oder gar notwendig? Manchmal ist es notwendig diese Bilder zu sehen. Allenfalls ist es zu verlockend, einfach Scheuklappen aufzusetzen und die Geschehnisse zu ignorieren. Lynsey Addario, eine gute Freundin von mir, ist Kriegsfotografin. Sie leistet tolle Abreit, auch wenn manche Menschen sicherlich Probleme damit haben, jemanden in Kriegszonen fotografieren zu sehen. Bilder von den entsetzlichen Taten dort, können uns als Menschen bewegen und uns zum handeln animieren. Auf der anderen Seite ist es natürlich schrecklich einfach weg zu sehen. Feminismus und die vertriebenen Menschen wären leicht zu ignorieren, wenn es die schockierenden Bildern von Millionen von Heimatslosen Familien und Kindern nicht gäbe. Es besteht eine Gewisse Verantwortung, diese Bilder zu zeigen.
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