VENEDIG Joaquin Phoenix spiel den Joker, wie man ihn noch nie gesehen hat. Er begeistert damit nicht nur die Kritiker sondern auch die Jury am Filmfestival von Venedig. In unserem Interview spricht er über die aussergewöhnliche Geschichte, seine physische Verwandlung und seine Liebe zu Comics.
Joaquin Phoenix, die Figur Joker hat man so noch nie gesehen. War es Ihnen wichtig viel Gestaltungsfreiraum zu haben? Mir war es wichtig, dass ich die Freiheit hatte neue Aspekte und Perspektiven auszuprobieren. Selbstverständlich gibt es bereits einige grossartige Performances und Filme mit dem Joker. Uns war allerdings klar, dass wir einen anderen neuen Film machen wollten. Die Freiheit dazu war mir wirklich wichtig. Das Skript, welches unser Regisseur Todd Philipps geschrieben hat, fühlte sich komplett neu und einzigartig an. Es war wirklich toll, so etwas hatte ich zuvor noch nie gelesen. Deshalb war es mir schon wichtig, ja.
Mussten Sie für diese Rolle eine bestimmte Körpersprache oder physikalisches Aussehen antrainieren? Es war eine unglaubliche Gelegenheit die Transformation von Arthur zum Joker zu zeigen. Arthurs Körpersprache ist sehr eng, verletzt, unsicher und einfache gerade genügend. Hingegen beim Joker ist Selbstbewusstsein da und eine gewisse Sicherheit. Mir war wichtig, dass man diese beiden Seiten gut sehen konnte.
Wie war es für Sie die Sets von Gotham City zum ersten Mal zu sehen? Es war eigentlich nur New York, aber ich war sehr erfreut in New York zu sein (lacht.) Scherz beiseite, es gab einige Orte, die einfach unglaublich waren. Zudem waren die Sets, die Mark Friedberg gemacht hat, absolut erstaunlich. Natürlich sind Sets ein grosser Teil der Performances, da man ja damit und darin spielt. Doch es war wirklich so, dass man sie richtiggehend spüren konnte.
Wie standen Sie als Kind zu Comics und können Sie die heutige Faszination der Leute darüber verstehen? Ich habe als Kind Comics gesammelt. Daher ganz ehrlich, ich weiss nicht, wie ich die Frage beantworten soll.
Wie ist es für Sie, wenn Sie ein Film dem Publikum vorstellen, sind Sie dann anwesend und sehen sich die Reaktionen an? Gestern bin ich erst für die letzten 10 Minuten anwesend gewesen und nicht für den ganzen Film. Wenn ich aufrichtig bin, dann fühle ich mich total unwohl in einem Saal zu sein, wo gerade ein Film von mir läuft. Ich könnte den Film auch gar nicht aus neutralen Augen betrachten. Ich würde vermutlich jede Szene beurteilen und wünschte mir, ich hätte noch Dinge anpassen können. Es ist einfach nicht angenehm für mich.
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