TORONTO Im auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama THE REPORT spielt Adam Driver den US Senatsmitarbeiter Daniel Jones. Dieser fasst den Auftrag, die Verhörmethoden des CIA zu Untersuchen und dazu einen Report zu erstellen. In unserem Interview verrät Driver, was Jones für eine gigantische Aufgabe zu bewältigen hatte, wie er damit umging und das der Film das Publikum sensibilisieren soll.
Adam Driver, war es für Sie wichtig Ihre Figur als solches zu betrachten und nicht als echten Menschen, der existiert? Das Ziel war nicht Dan nachzuahmen oder zu imitieren. Ich spielte schon öfters Personen, die es im echten Leben gibt. Dabei lernte ich die Details zu verwenden, die den Zuschauern bei ihrer Phantasie helfen und lasse dabei den Rest einfach weg. Das war auch der Weg, den wir bei diesem Film gewählt haben.
Was hat Sie am meisten an der Geschichte und der realen Person interessiert? Mir persönlich gefiel, dass ich mich mit Dan identifizieren konnte. Er muss stets seine Emotionen und Gefühle unterdrücken. Sein Job war 6 Millionen Dokumente durchzulesen und Informationen daraus zu sammeln. Dies ist vergleichbar mit der Menge oder Grösse einer Stadtbibliothek. Dabei musste er diese Informationen ohne Gefühle behandeln, damit er schlussendlich nur die Fakten präsentierte. Letztlich ging es darum, dass er sein Pflichtgefühl über seine eigene Meinung stellte. Das bewundere ich wirklich an ihm.
Wenn Sie ein solches Skript erhalten, was ist für Sie der essentielle Punkt, weshalb Sie zusagen? Der Regisseur ist für mich ein grosser Teil. Manchmal fühle ich mich für eine Rolle nicht vollständig geeignet, weil ich sie nicht komplett verstehe. Doch man vertraut dem Regisseur, dass dieser eine Vision hat, die man selbst vielleicht nicht sieht. Natürlich ist es nicht immer so. Dieses Mal habe ich sofort verstanden, was unser Regisseur Scott Burns wollte. Ich erhoffte mir sehr mit ihm arbeiten zu können. Manchmal sind Fakten einfach Fakten und man kann nicht wirklich mit ihnen arbeiten. Mir gefiel die Idee von dieser Besessenheit und dem Inneren Konflikt mit sich selbst. Zudem musste er für sich selbst die Moralvorstellungen dieses Landes neu überdenken. Daneben verstand er nicht, wie eine solche Institution zulassen konnte, dass etwas so durch organisiertes geschah. Diese Dinge machten wirklich Spass zu spielen. Die Wichtigkeit des Themas und die Fakten sind keine Aktionen mit welchen man spielen kann. Deswegen dachte ich nicht gross darüber nach.
Denken Sie, dass dieser Film noch mehr Leute erreichen wird, als der Bericht, der damals herauskam? Ja, auf jeden Fall, zumindest hoffe ich es sehr. Der echte und komplette Bericht ist 6‘000 Seiten lang, stark geschwärzt und sehr sicher aufbewahrt. Die Version, die man nun in den Bücherläden kaufen kann, ist nur noch circa 500 Seiten lang. Der Film funktioniert gut, weil damals nicht wirklich viele Details bekannt waren. Niemand konnte für den Bericht werben oder seine Wahrheit bestätigen. Die Hoffnung ist nun, dass mit dem Film und den neuen Details eine grössere Sensibilisierung und Bekanntheit gegenüber der Öffentlichkeit geschafft werden kann.
Was möchten Sie, dass das Publikum aus diesem Film mitnimmt? Ich will ihrer Frage nicht ausweichen, jedoch habe ich nie wirklich eine Antwort auf diese Frage. Die Menschen sind alle so unterschiedlich und auch die Dinge, die sie aus den Filmen mitnehmen. Deshalb will ich keinesfalls auf irgendeine Weise sagen, dass ich die Antwort dazu weiss. Es ist zwar nicht eine Führung des Publikums, jedoch wäre es eine Annahme von mir. Deshalb schlichtweg, ich habe keine Ahnung.
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