The Courier - Der Spion

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Thriller

Interview: Philipp Portmann

Benedict Cumberbatch: «Auch normale Menschen können Grosses bewirken»

Benedict Cumberbatch, Sie haben viele Schweizer Fans. Waren Sie schon einmal in der Schweiz? Ja, ich war schon einmal. Ich war definitiv schon mehrfach in der Schweiz. Ich liebe es. Es ist sehr schön in der Schweiz, ein absolut unglaubliches Land. Ich war noch nicht oft genug in der Schweiz, da bin ich mir sicher.

Sie wurden 14 Jahre nach der Kubakrise geboren. Wie haben Sie sich auf ein solches Thema vorbereitet? Stimmt, das ist mein korrektes Alter, danke (schmunzelt). Ich war mir der Kubakrise schon früh bewusst. Wir lernten gewisse Dinge darüber im Geschichtsunterricht. Ich kannte jedoch diese spezifischen Details und die Geschichte dieses Mannes nicht. Wie Sie sagten, er war für die Überbringung der wesentlichen Information für Kennedys späteren Sieg verantwortlich. Mir gefiel in erster Linie die Tatsache des Alltag-Helden. Jemand gewöhnliches der etwas absolut Aussergewöhnliches macht. Eine selbstlose Tat, die aus Freundschaft und Überzeugung entstand. Etwas, dass die beiden Charaktere Greville Wynne und Oleg Penkovsky verband. So wie der universelle Wunsch die Familie zu beschützen. Für mich waren das starke Erzählstränge. Ebenfalls unglaublich, wie ein einfacher Mann mit einem kurzen Training ins kalte Wasser geworfen wird und von einem Amateur zu einem Professionellen wird. Gleichzeitig versuchte er noch seinen Freund zu retten.

Wie war die Zusammenarbeit mit den anderen? Der Regisseur Dominic Cooke hat mir seine Idee gepitcht und Tom O’Connor schrieb das Drehbuch dazu. Mit Dominic habe ich schon vorher zusammengearbeitet, unter anderem an der Mini-Serie THE HOLLOW CROWN. Deshalb war ich sofort bereit vor seine Kamera zurückzukehren. Er hat mich nun geschlagen und ein Projekt gefunden, bevor ich eines für ihn finden konnte (schmunzelt). Die Zeit war sehr knapp bemessen und deshalb bot ich an beim Produzieren zu helfen. Es war sehr spannend zwei Künstlerische Aspekte bei einem Filmprojekt zu haben. Das hat mich angezogen.

Sie haben schon mehrfach Historienfilme gemacht, unter anderem THE IMITATION GAME, 1917 oder THE MAURITANIAN. Was fasziniert Sie allgemein an Geschichte? Es gibt nach wie vor Lektionen, die wir durch die Geschichte lernen können. Wir müssen weiterhin die Geschichte untersuchen, hinterfragen und überprüfen. Grundsätzlich wieder neues Interesse daran haben. Es gibt immer irgendwelche Rückmeldungen, die uns über unsere jetzige Situation etwas lehren könnten. Beispielsweise ist die nukleare Bedrohung heute viel präsenter, da viel mehr Länder nuklear Waffen haben als zur Hochzeit der Nuklearzeit selbst. Nebst diesem unglaublichen und ernüchternden Fakt ist es die Tatsache, dass gewöhnliche Leute aussergewöhnliches tun können. Es geht darum, dass die Leute herausfinden, wann ein solcher Moment da ist und das Zeug haben, dann ebenfalls einzugreifen.

Ihr Charakter Greville Wynne ist für Sie also eine solche Person? Es kann jedermann sein, von Greta Thunberg über das Putzpersonal in einer Klinik bis hin zu, Arzt an der Frontline der medizinischen Hilfe, gerade zu Covid-Zeiten. Diese Menschen zeigen Selbstlosigkeit, Gemeinschaftssinn und Heldenhaftigkeit. Diese Elemente findet man auch in meinem Charakter Greville. Es resoniert vermutlich mit jeder Figur egal in welcher Periode sie spielt. Vermutlich war es in den 60er-Jahren stärker, weil die Menschen damals teils wortwörtlich den Atem angehalten haben vor Angst. Ich bin zwar erst später geboren, aber viele Leute erzählten mir von dieser Zeit. Als Einstein die Atomkriegsuhrdamals startete, war es kurz vor Mitternacht und wir haben nun wieder kurz vor Mitternacht. Die Parallelen, denen wir gegenübertreten sind nicht so different zu den heutigen, ausser vielleicht in anderen Formen. Die Tat eines Einzelnen, die Auswirkung auf ein ganzes hat, ist noch heute passend. Im Film steckt die Botschaft, dass jeder etwas tun kann.

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