Jeremias Gotthelfs weltberühmte Novelle einer tödlichen Spinnenplage, ein Film über den Missbrauch von Macht und einem Pakt mit dem Teufel, in Sumiswald im Emmental des 13. Jahrhundert.
Die mutige, junge Hebamme Christine geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um ihr Dorf vor dem brutalen Terror der Deutschritter zu retten. Durch eine Spinnenpest bestraft, wird Christine von der Retterin zur Gejagten, und die Gewalt eskaliert. Christine stellt sich dem entscheidenden Kampf gegen die teuflische Macht, die ihr das höchste Gut nehmen will, für das sie zu sterben bereit ist: die Menschlichkeit.Ein modernes Mystery-Drama
«Die schwarze Spinne» ist inhaltlich wie visuell ein modernes Mystery-Drama. Dennoch spielt der Film in der Bilderwelt des Mittelalters und verzichtet, im Wissen auf den lebendigen Kern der Geschichte, auf eine konkrete Verortung in der Gegenwart. Obwohl «Die schwarze Spinne» im Emmental des 13. Jahrhunderts angesiedelt ist, könnte sie genauso gut in einer beliebigen anderen ländlichen Region der Schweiz oder in Europa spielen. Dies und die inhaltlich zeitlose Thematik geben diesem Projekt eine internationale Relevanz.
Vom Teufel verführt
Im Zentrum von Jeremias Gotthelfs Novelle steht eine Aussenseiterin, die vom Teufel verführt wird und trotz guter Absichten eine Katastrophe auslöst. Gemeinsam mit dem Autorenteam Plinio Bachmann und Barbara Sommer entschieden sich die Produzenten dafür, die Figur der Christine für den Film neu zu interpretieren. Der Fokus des Publikums soll sich nicht auf das zu Recht kritisierbare, überholte Frauenbild in der Novelle richten, sondern auf deren universelle Thematik um Gut und Böse und auf die Mechanismen, wie sie sich rund um das Phänomen der kollektiven Schuld und Sündenbock-Dynamik ergeben.
Der Kampf gegen die menschenverachtende Brutalität
Das dem für das «Böse» besonders anfälligen Weib bei Gotthelf, das zu allem Übel auch noch aus der Fremde kommt, wird von den Autoren als eine moderne, kämpferische Einheimische in einem unmodernen Umfeld des Schweizer Mittelalters gezeichnet. Mitten in der tiefreligiösen Welt des 13. Jahrhunderts kämpft Christine gegen eine menschenverachtende Brutalität. Heldin, Antiheldin, Sündenbock, Verliererin, Exotin, Ausgestossene, Rächerin aber letztendlich auch eine Retterin.