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Interview: Mathilde Bernard

Chris Hemsworth: «Beim Homeschooling steigt meine Lernkurve, währenddem die meiner Kinder sinkt.»

Wir sprachen via Skype mit Regisseur Sam Hargrave und Schauspieler Chris Hemsworth über ihr neustes Projekt - das erste, in dem Sam Hargrave nicht als Stuntman sondern als Regisseur agierte. Im Interview erzählen sie von ihrem aktuellen Alltag und verraten ausserdem, was sie mit giftigen Schlangen machen.

In dieser neuen Zeit und Situation wird ja Vieles via Internet gemacht. Ist das komisch für Sie oder gehört es bereits ein wenig zum Alltag? Chris Hemsworth: Es ist in Ordnung, wie es ist. Ein Nachteil ist, dass ich nicht mehr dem Jetlag die Schuld geben kann, wenn ich schlecht aussehe (lacht). Jetzt muss halt einfach alles passen. Es ist schön, nicht mehr von Zuhause weggehen und innerhalb weniger Tage von Stadt zu Stadt reisen zu müssen. Natürlich wäre es schöner, mit den Menschen persönlich sprechen zu können, doch jetzt ist die Situation anders und das muss jetzt einfach akzeptiert werden. Bis dahin klappt alles. Es ist ein neuer Weg für uns alle und soweit funktioniert es ganz gut.

Für Sie ist es Ihr erster Film als Regisseur und sie werden parallel mit dieser neuen Situation konfrontiert. Wie ist es für Sie? Sam Hargrave: Alles okay bei mir. Ich kenne es ja gar nicht anders (lacht). Man kann mit den verschiedensten Leuten zu den unterschiedlichsten Zeiten sprechen. Nein, ernsthaft jetzt... Chris hat gewissermassen recht. Es ist neu eine gewisse Intimität und Nähe vorhanden. Wenn man via Internet mit den Leuten in deren Wohnzimmer spricht, verliert es das formelle der Pressekonferenz-Tour. Diese Art und Weise hat etwas einzigartiges an sich, das ich interessant finde. Man kann ein wenig sehen und nachempfinden, wie die Leute ihre Zeit verbringen.

Das stimmt und daraus entstehen auch interessante Begegnungen, wie wenn ein Kind hereinspaziert oder ein Haustier auftaucht. Chris Hemsworth: (lacht) Ja, es ist so. Wie Sam gesagt hat, man erhält dadurch einen kleinen Einblick in die Leben der Menschen. Der Besuch meines Sohnes gestern kam unterwartet (lacht). Aber es war lustig (lacht).

Die letzte Frage zu diesem Thema: Chris, Sie haben Kinder, die Sie zu Hause unterrichten müssen. Wie ist das für Sie? Chris Hemsworth: Letztens habe ich mit einem der Lehrer meiner Kinder gesprochen. Ich wollte wissen, weshalb eine Multiplikation in einer bestimmten Art und Weise gerechnet wird. Er meinte nur: «Wissen Sie, das hat sich mehrfach geändert seit Sie in der Schule waren.» Da dachte ich nur, wenn ich es schon nicht verstehe, wie soll ich es dann meinem Kind beibringen (lacht). Einige Tage später habe ich nochmals mit diesem Lehrer gesprochen. Er erzählte mir, dass er einmal in seinem Leben eine längere Reise machen und dabei seine Kinder zu Hause unterrichten wollte. Nach drei Wochen habe er aufgegeben und sie zurück zur Schule geschickt. Und hey, er ist selbst Lehrer (lacht). Ich denke, es zeigt einfach, dass es für Eltern sehr schwer ist, seine eigenen Kinder zu unterrichten. Der grösste Teil der Zeit wird verwendet, um in irgendeiner Weise zu verhandeln. Zurzeit lernen sie, kurz gesagt, nicht allzu viel (lacht).

Vielleicht ist es gerade umgekehrt, Sie lernen mehr als Ihre Kinder? Chris Hemsworth: Das stimmt. Meine Lernkurve steigt und ihre sinkt (schmunzelt).

Vielleicht ist es auch gar nicht so schlecht, für einmal zu Hause zu sein und mit den Kindern zu spielen? Chris Hemsworth: Ja, es ist grossartig. Ich wäre jetzt gerade für drei Wochen auf der Welt unterwegs und würde sie vermissen. So bin ich hier und kann viel mehr Aktivitäten im Freien machen mit meinen Kindern.

Der Film nimmt einem ein wenig den Atem, weil man mit Chris' Charakter mitfühlt. War das ein bewusstes Ziel für den Film? Sam Hargrave: Das ist es in der Tat. Es freut mich, dass Sie erwähnen, Sie seien voll mit dabei gewesen und sogar ein wenig erschöpft nach dem Film. Somit haben wir unser Ziel punkt genau getroffen. Es war in der Tat von Beginn an das Ziel, das Publikum in einem Actionfilm auf die emotionale Reise der Charaktere mitzunehmen. Klar sollte das Publikum auf der Reise ebenfalls Nervenkitzel, ein paar Ängste und sonstige Erlebnisse haben. Das grosse Ziel jedoch war, dass die Charaktere einem berühren und man sich für sie während jeder Actionszenen sorgt.

Sie sagten, für Sie sei es eine der anspruchsvollsten Rollen überhaupt gewesen? Chris Hemsworth: Ja, definitiv. Und nicht nur im Actionbereich, sondern auch dem emotionalen Level. Die Dinge, die wir aus uns herausholen mussten, um die Geschichten erzählen zu können, waren teils sehr schwer. Das Physikalische, die Natur des Drehs, der enge Zeitplan, den wir hatten, die Hitze und die teils brutalen Actionszenen, all das machte es schwer. Gleichzeitig war es die für mich lohnendste Rolle. Ich hatte Sam, den Cast und die Crew, die alle wundervoll waren. Wir waren alle gemeinsam an diesem Projekt. Alle gaben ihr Bestes und alle waren genau gleich erschöpft. Es geschieht nicht oft, dass man einen Tag beendet und alle in etwa das gleiche Gefühl von Erfüllung spüren. Sogar zwei Monate vor Schluss waren wir um jeden Tag froh. Sam hatte einfach diese fast unmöglichen Actionszenen angedacht (lacht). Es ist wirklich eine beachtliche Leistung.

Sie nehmen Schlangen in die Hand und werfen Sie weg. Können Sie sich mit Ihrem abenteuerfreudigen Charakter identifizieren und sind privat ebenfalls eher so? Chris Hemsworth: Für Instagram müssen die Schlangen ungiftig sein (schmunzelt). Wenn es eine grössere oder gar giftige Schlange ist, dann drehe ich mich um und laufe in die andere Richtung weg. Ich bin gerne beschäftigt, belebt und herausgefordert. Ich mag eine sportliche Herkunft. Meine Frau sieht dies genauso. Ich konnte als Kind in der Schule nie stillsitzen. Bei Filmen wie diesem, wo das Adrenalin nur so in den Adern pumpt, wirst du dazu gezwungen, deinen Fokus und deine Konzentration gezielt zu halten.

Sie haben bereits mit Sam zusammengearbeitet, allerdings war er da Stuntmann und jetzt ist er Regisseur. Wie war die Zusammenarbeit für Sie? Chris Hemsworth: Die Zusammenarbeit mit Sam während den AVENGERS-Filmen war super und wir kennen uns seit dem allerersten Avengers-Film. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht. Wir wurden gute Freunde in der Zwischenzeit. Für diesen Film trainierten, übten und reisten wir zusammen. Dies hätte eine Mischung für eine Katastrophe sein können, egal mit wem es gewesen wäre. Doch wir vertieften unsere Freundschaft und ich hatte dieses grosse Vertrauen in ihn. Die erste Woche war eindrücklich. Ich kannte seine Arbeitsweise als Stuntmann, ihn auf emotionaler Ebene und als Regisseur zu erleben, war neu. Jedoch verstand ich augenblicklich seine Visionen für die Charaktere, die Geschichte und was ihm wichtig war. Sam hatte eine solche Intelligenz an den Tag gelegt, dass ich mir sicher war, dass es toll werden würde. Und das war es absolut. Wir sprachen ebenfalls über den nächsten Film, den wir zusammen machen werden und den danach (lacht).

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